Wieviel Aufwertung darf es denn sein? Die IBA Wilhelmsburg im Verdacht, ein Gentrifier zu sein.

Die IBA in Hamburg-Wilhelmsburg steht im Spannungsfeld zwischen „Gut-Tun“ und „Zuviel-Sein“. WIe viel Aufwertung tut gut und wann ist es zu viel und erzeugt Gentrification Prozesse, die so gar nicht geplant waren?

Sowohl Taz, DieZeit, als auch die Welt reflektieren diese Problematik:

Der IBA-kritischen Haltung der Taz im Interview mit Saskia Sassen, kann dieselibge nur kontern: „Ich habe Gentrifizierung in ihrer vollen Brutalität in New York gesehen – wenn jemand denkt, dass Wilhelmsburg gentrifiziert wurde, hat er nicht viel von der Welt gesehen.“

Die Welt inkludiert zur aufwertungskritischen Haltung gegenüber der IBA die Perspektiven von Saga GWG, die den Vorbildcharakter der IBA in Wilhelmsburg unterstreichen: „Das zwischen Vering- und Weimarer Straße gelegene Wohngebiet belegt aus Sicht der IBA-Verantwortlichen die These, dass die Aufwertung eines Stadtteils nicht automatisch zur Vertreibung angestammter, einkommensschwacher Einwohner führen muss. Stimmt das, würde die Sanierung des Weltquartiers gesamtstädtische Bedeutung erlangen: als erfolgreiches Beispiel, wie die sozialverträgliche Aufwertung eines Stadtviertels gelingen kann.“

Und die ZEIT betrachtet die Aufwertungsdiskussion rund um die IBA aus der Perspektive des Kleingärtners Mustafa, der in Wilhelmsburg quasi mitten im Transformationszentrum steht: „Die Kinder würden Wilhelmsburg nicht so mögen, „zu viele Ausländer“. Der Sohn zog mit Frau und Kindern schon in eine andere Ecke der Stadt. Damit die beiden Enkel, Einwanderer in der vierten Generation, auf dem Rasen spielen und im Sand buddeln können, hat Mustafa Kurden sich um den Kleingarten beworben. Die Parzelle, eine von 25, gehört zu Hamburgs jüngstem Kleingartenverein, der kurz vor der Gartenschau auf dem Gelände gegründet wurde. Er ist ein Geschenk der IGS an Wilhelmsburg. Die Gärten werden bleiben, wenn die Schau geht.“

Inwiefern die IBA nun tatsächlich über eine reine Aufwertung hinausgeht und langfristig Gentrification-Prozesse auslöst, lässt sich im gegenwärtigen Moment nur vermuten. Der Verdacht liegt nahe, jedoch zeigt sich auch, dass die Aufwertungsthematik im Rahmen dieser IBA sensibler und proaktiver thematisiert wird, als in früheren IBAs.

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