Vom Aussterben bedroht: Garment District in NYC

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DiePresse schildert im Artikel „New York: Tote Hose im Garment District“ die gegenwärtigen Schwierigkeiten des Garment District in NYC. Früher war dieser Stadtteil sozusagen das Herz der US-amerikanischen Bekleidungsproduktion. Heute – in Zeiten der Deindustralisierung und Globalisierung – schneidern nur noch wenige Unternehmer vor Ort oder in den USA. Vielmehr wird die Produktion nach Asien ausgelagert, meistens bleiben nur der Unternehmenssitz/Marketing/PR in NYC erhalten:

„[…] Der Abstieg der New Yorker Kleiderkammer, des letzten echten Handwerksbezirks der Stadt, so erinnert sich Gary, begann etwa Anfang der 1990er-Jahre. Damals fingen die Modedesigner an, ihre Produktion verstärkt in die Billiglohnländer Ostasiens und Südamerikas zu verlagern. Die großen Lofts im Garment District, in denen seit den 1930er-Jahren in Serie genäht wurde, verschwanden nach und nach. Davon, dass einst der Großteil der Kleider für die gesamten USA hier entstanden ist, kündet heute nur noch das Denkmal für den anonymen „Garment Worker“ an der Seventh Avenue, die Bronzestatue eines Nähers. […]“

Kleine Traditionsunternehmen sehen sich nicht nur mit rückläufiger Nachfrage, sondern auch mit stetig steigenden Mieten konfrontiert. Die Zukunft dieser Betriebe in NYC ist ungewiss:

„[…] „Ich glaube nicht, dass es uns in zehn Jahren noch gibt“, glaubt Gary Babb. Mit dem Verschwinden der Nähereien aus dem Viertel hat eine Abwärtsspirale für den Garment District begonnen. Die Stadtregierung hatte einst einen bestimmten Anteil an Mietfläche für die Textilindustrie reserviert. Ohne die großen Schneidereien konnten die Vermieter diese Fläche aber nicht mehr mit Kunden aus der Branche füllen. Die Stadt war dazu gezwungen, die Nutzungsbindung aufzuheben. Das weckte Begehrlichkeiten, zumal in Manhattan ab Mitte der 1990er-Jahre die Immobilienpreise zu explodieren anfingen. Immer mehr Lofts wurden in Luxuswohnungen umgewandelt. Immer mehr schicke Restaurants nisteten sich hier, nur drei Minuten vom Times Square entfernt, in Räumlichkeiten ein, die vorher Knöpfe und Borten im Schaufenster platziert hatten.[…]“

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